Cambodia Travel Diary Pt.2

Der wohl bekannteste Ort Kambodschas -neben Phnom Penh- ist Siem Reap mit der gigantischen Tempelanlage Angor Wat.

Die Stadt an sich gefiel mir deutlich besser als die Hauptstadt; nicht so groß und unübersichtlich, an einigen Stellen weniger verdreckt und dieser erzwungene westliche Einfluss war nicht so deutlich zu spüren. Im Stadtzentrum befindet sich die Pubstreet mit angrenzenden Märkten. Neben den unzähligen typischen, kleinen Ständen und für die Touristen hergerichteten Bars und Restaurants gibt es hier auch kleine einheimische Küchen, in denen man für ein paar Dollar gut essen kann.

Angkor Wat ist DIE touristische Attraktion in Siem Reap (und wohl ganz Kambodscha). Wir entschieden uns für eine Halbtagestour, welche mit dem Sonnenaufgang starten sollte. Um vier Uhr morgens wurden wir von unserem Tuktuk am Hostel abgeholt. Nachdem wir unsere Tickets gekauft hatten, wurden wir vor den Toren der Anlage abgesetzt. In völliger Dunkelheit folgten wir dem Strom der Touristen über die weiten Wege hin zu den Seen, welche vor den Ruinen Angkor Wats liegen. Nach einigem Warten zeichneten sich langsam die Umrisse der alten Steinmauern ab. Der Himmel verfärbte sich zu einem schwachen Gelbton, welcher langsam in ein Rot überging.
Durch den Smog in den Städten kam die Farbe des Himmels leider nicht wirklich gut zur Geltung. Doch zu sehen, wie sich die hellen Farben nach und nach von dem mächtigen Gemäuer absetzen und die Schatten der Steine im Kontrast zum Himmel standen, war atemberaubend.

Nach diesem Spektakel erkundeten wir das Gelände und die Ruinen. Ein Großteil der Gemäuer sind restauriert. Die Wände sind prächtig verziert mit eingemeißelten Figuren und Tieren. Überall in der Anlage findet man wunderschöne, versteckte Plätze.

Innerhalb unserer Tour besichtigten wir vier verschiedene Tempel, dazu noch einige Brücken, Tore und Wandkonstruktionen.
Jedes Bauwerk war auf seine eigene Art und Weise faszinierend erbaut worden.
Während der Haupttempel von Angkor Wat besonders wegen seiner beeindruckenden Größe begeistert, faszinierten mich ansonsten die feinen, in den Stein gemeißelten Details.
Nachdem wir gut neun Stunden unterwegs waren, waren wir am späten Nachmittag doch froh, als das Tuktuk wieder Richtung Hostel fuhr.

Die ganze Tempelanlage hat mich schwer beeindruckt und fasziniert. Jedoch wurde dieses wunderschöne Erscheinungsbild gestört von vielen Frauen und Kinder die versuchten, ihre Ware an die Touristen zu verkaufen. An fast allen Ausgängen kamen kleine Kinder mit traurigen Augen auf uns zu und wollten Postkarten, Stifte und Tücher loswerden. Sie jedes Mal zu enttäuschen und nichts zu kaufen, fiel uns immer schwerer. Störend fand ich nicht die Leute selbst, sondern eher das Wissen, dass sie für wenige Dollar den ganzen Tag in der Sonne stehen und an die Touristen appellieren müssen.

Neben Angkor Wat lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch des Floating Village. Mit dem Bus fuhren wir etwas außerhalb der Stadt an einen Fluss, wo Boote auf uns warteten. Mit diesen trieben wir den braunen, trüben Fluss hinunter, durch unzählige Kurven, bis die ersten Bauten in Sicht waren. In diesem Dorf leben ungefähr 5000 Leute, die meisten von ihnen Fischer. Das Besondere an dieser Siedlung ist, dass alle Häuser auf meterhohen Holzstelzen gebaut sind. Während der Regenzeit steigt das Wasser des Flusses 6 bis 7 Meter an und überschwemmt die gesamte Umgebung. Neben den Familienhäusern gibt es hier sogar einen buddhistischen Tempel, eine Kirche, eine Grund- und eine Weiterführende Schule. Während des Hochwassers sind alle Bewohner gezwungen, sich mit ihren Booten zwischen den Gebäuden fortzubewegen.

Als Touristenattraktion kann man zusätzlich in kleinen Kanus durch das bis ins Wasser ragende Dickicht fahren. Was mehr als Verkaufsaktion gedacht ist (mehrere Frauen warten entlang der Strecke in ihren Booten mit Waren), lohnt sich dennoch allemal.

An das andere Ende des Dorfes grenzt ein riesiger See, dessen Wasser bis zum Horizont reicht. Zum Überqueren bräuchte man einen ganzen Tag. Doch wir blieben mit unserem Boot hier liegen und betrachteten die Sonne, die langsam hinter dem Horizont verschwand. Ein perfekter Abschluss dieses Tages.

Good to know:

Wer mit dem Fahrrad durch die Tempelanlage radeln möchte, muss unbedingt daran denken, sich vorher die Tickets zu besorgen. Die Verkaufsstelle befindet sich ein paar Kilometer außerhalb der Anlage. Wer ohne Ticket vor den Toren steht, wird auch nicht reingelassen und verliert viel Zeit (besonders wichtig, wenn man den Sonnenaufgang sehen möchte).

In den Tempeln müssen Knie und Schultern bedeckt sein. Dies gilt auch für Männer. Also lieber selbst ein T-Shirt einpacken, bevor man eins vor Ort kaufen muss.

15 Kommentare zu „Cambodia Travel Diary Pt.2

  1. So schön!😍 ich bin ab Sonntag für ca. 1 Woche da und werde mir (natürlich) auch das Angkor Wat & die Floatig village anschauen. Freue mich nach deinem Beitrag grad noch mehr darauf😊 liebe Grüsse Selina

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  2. Danke für deinen tollen Beitrag. Ich bin im Herbst dort und freue mich schon riesig. Verrätst du noch, was du für die Halbtagestour gezahlt hast?

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    1. Die halbtagestour war 37$ plus das Tuktuk. (glaube ich😅)

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  3. Sehr informativ, Deine ersten beiden Berichte über Cambodia. Wer wie ich nicht mehr ganz so jung ist, hat über Cambodia fast zwanzig Jahre lang immer nur etwas über die grausamen Kriege und Auseinandersetzungen gehört und in den Nachrichten gesehen. So hat sich das Land im Laufe der Jahre als No-Go-Country in unseren Köpfen festgesetzt. In Friedenszeiten tauchte Cambodia dann nicht mehr in den News auf. Umso schöner ist dann in Deinem Beitrag zu sehen und zu lesen, wie es wirklich dort zugeht und aussieht. – Hoffentlich profitieren eines Tages die Einheimischen auch vom Tourismus und nicht nur die künftigen Gross-Investoren.

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    1. Das hoffe ich auch! Die Menschen sind sehr herzlich dort.

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  4. Faszinierende Bilder und interessante Beiträge!

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  5. rajahbrooke 7. Mai 2018 — 13:09

    Sehr schöne Bilder, auf meinen von den Angkor Tempeln sind grundsätzlich immer 500 Chinesen mit drauf 😀 Ich war letztes Jahr dort (Siem Reap, Angkor, Tonle Sap, Phnom Penh), und hatte ganz ähnliche Eindrücke. Die Zahlung mit US$ ist mir auch ziemlich auf den Senkel gegangen, selbst aus dem ATM gabs nur $ und das Wechselgeld in Riel war grundsätzlich besch… TukTuk Fahrer zum Teil aggressiv aufdringlich. Und Dreck ohne Ende sobald man etwas von der „vorgegebenen“ Route abgewichen ist. Ich werde Kambodscha aber eine zweite Chance geben, wenn meine 3 Monate Vietnam um sind, und zwar ganz im Süden. Wir werden sehen 😉

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    1. Der Süden mit den Inseln hat mir auch deutlich besser gefallen, als die Städte! Die Strände sind teilweise auch dreckig aber auch wunderschön!

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  6. Wow Kambodscha muss ein absoluter Traum sein, da würde ich so gerne so bald wie möglich hin! Diese Tempelanlagen sind unglaublich! Echt tolle Fotos 😊

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    1. Danke dir 🙂
      Die Tempel haben mich echt begeistert und die verlassenen Strände sind wirklich paradiesisch!

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  7. Schöner Bericht, auch über die Details des Tempels. Ich war vergangenes Jahr dort und habe mir drei Tage für die Tempel genommen. Es gibt ja sehr viele kleinere rund um Angkor Wat. Und ich fand sie alle faszinierend. Manche ganz im Wurzelwerk der Bäume verschwunden. Einen Tag habe ich mir eine geführte Tour mit einem Moped auf’s Land gegönnt. Ich war fast beschämt von der Gastfreundschaft der Menschen und völlig eingestaubt mit der roten Erde. Da relativieren sich die Eindrücke vom Dreck sehr schnell.

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    1. Die Menschen sind wirklich überaus herzlich und gastfreundlich, das habe ich auch oft erlebt 🙂

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  8. Interessant zu lesen. Weckt Erinnerungen. Ich war 1996 dort und seitdem hat sich wohl sehr viel verändert. Ich bin noch alleine vor Ankor Wat gestanden und Souvenirläden gabs auch nicht. Mittags hatten wir Mühe, einen Warung mit Essen zu finden. Und in Siem Reap gab es ein Restaurant für Touristen. Dafür kann man jetzt sicher schon wesentlich mehr besichtigen als damals.

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    1. Beide Zeiten haben wohl so ihre Reize. 🙂

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