Cambodia Travel Diary Pt. 1

2 ½ Wochen Zeit, um ganz Kambodscha zu bereisen. Zugegeben; vor der Reise hatte ich mir nicht sonderlich viele Gedanken gemacht, was mich in diesem südostasiatischen Land erwartet. Klar, ich wusste da gibt es die Tempelanlage Angkor Wat, welche ich schon seit einigen Jahren sehen wollte, und im Süden befinden sich Strände. Nach unserer Ankunft bemerkte ich jedoch schnell, dass doch sehr viel mehr hinter der Geschichte des Landes steckt, als zunächst angenommen.

Die Hauptstadt Phnom Penh
Mir persönlich gefallen die großen Städte Kambodschas nicht sonderlich. Für meinen Geschmack sind sie nicht wirklich schön und viel zu dreckig. Dennoch haben sie einiges zu bieten. Bei einem Besuch der Hauptstadt darf man meiner Meinung nach auf keinen Fall den historischen Hintergrund des Landes außer Acht lassen. Die Killing Fields und das Tuol-Sleng-Genozid-Museum bieten einen Einblick in die grausame und gleichzeitig noch sehr junge Geschichte des Landes.

Wir waren schockiert, auf welche Art und Weise in dieser ehemaligen Schule vor rund 40 Jahren tausende Menschen systematisch gefoltert und umgebracht wurden. Da wir zuvor nichts über dieses dunkle Kapitel der Geschichte Kambodschas gehört hatten, finde ich es sehr wichtig, sich als Besucher des Landes dieses Wissen anzueignen und das Bewusstsein über die Verbrechen der Roten Khmer aufrechtzuerhalten. Wenn man sich zudem vor Augen führt, dass ein Großteil der Bevölkerung von diesen Verbrechen betroffen war, wirkt die Geschichte doch noch recht present.

Der große Innenhof der ehemaligen Schule.

Eine Gedenktafel erinnert an die schrecklichen Verbrechen.

Abgesehen von den Zeugnissen der dunkleren Vergangenheit, finden sich in der Stadt etliche prächtige buddhistische Paläste, sowie dutzende Märkte. Besonders ans Herz gelegt wurde uns der russian market, wo man alles an Klamotten und Essen finden soll, was das Herz begehrt. Leider haben wir es selbst nicht geschafft diesen zu besuchen. Wenn man durch die recht chaotische Innenstadt schlendert kann man noch einige schöne Straßen entdecken, in denen Pflanzen Häuser überwuchern und Lichterketten den Weg säumen.


Besonders die Kontraste in Phnom Penh sind mir aufgefallen. In einer Straße reihen sich kleine zerfallene Hütten aneinander, es finden sich Garküchen und kleine Werkstätten, während an der nächsten Ecke riesige Werbeplakate für Smartphones hängen und laute Musik aus einem Adidas-Store tönt. Die Innenstadt wirkt eher heruntergekommen, während es am Hafen plötzlich überaus touristisch aussieht und moderne Hochhäuser mit LED-Schriftzügen die Skyline prägen.

Die Küste mit ihren Inseln
Am Ende meines Aufenthalts wollten wir uns etwas Entspannung am Strand genehmigen. Dafür besuchten wir die Inseln Koh Rong und die kleinere Nachbarinsel Koh Rong Samloem.

Die Inseln sind sehr einfach gehalten. In den günstigen Hostels gibt es nur spärlich fließend Wasser und es kann öfters zu Stromausfällen kommen.
Koh Rong ist die größere der beiden Inseln und hat mehrere Anlegestege für die Fähren. Die Unterkünfte sind quer über die ganze Insel verteilt. Am Hauptanlegepunkt ist deutlich mehr los, als an den anderen Stränden. Hier gibt eine größere Auswahl an Unterkünften, doch sind hier auch deutlich mehr Touristen am Strand.

Wir hatten großes Glück mit unserem Hostel Suns of Beaches, welches ich wirklich wärmstens empfehlen kann. Zwar war auch hier die Ausstattung sehr spärlich und es gab nur nachts Strom, doch hatten wir einen Strandabschnitt für uns allein.

Wer Entspannung sucht, der findet sie bestimmt auf Koh Rong Samloem. Das Zentrum der Insel besteht aus einem kleinem Hippie-Dorf, mit dutzenden kleinen, bunten Hostels und Restaurants. Ein wahres Paradies für Backpacker. Gefühlt bewegen sich hier alle in Zeitlupe und man wartet (sogar für asiatische Verhältnisse) lang auf sein Essen. Was die ersten drei Tage wirklich angenehm war, wurde mir auf Dauer ein Stückchen zu entspannt. Da war es mir ganz recht, dass wir einen Nachmittag den Wald der Insel durchstreiften, um an die Crystal Water Bay zu kommen. Bei über 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 80% sollte man den Aufstieg über den Berg, durch das Dickicht allerdings nicht unterschätzen. Den hoch angepriesenen Strand fanden wir zwar schön, doch war die Aussicht auf das Festland mit den Hochhäusern von Sihanoukville nicht die Beste.

 


Ein unvergessliches Erlebnis hatten wir nachts am Strand. Durch die Strömung wird eine spezielle Art Plankton in die Bucht der Insel getrieben. Dieses ist fluoreszierend und leuchtet bei Berührung. Wir stürzten uns also bei Dunkelheit in die Fluten und freuten uns wie kleine Kinder, als die kleinen Funken an unserer Haut aufleuchteten.

Leider muss man bei den Stränden erwähnen, dass auch diese überaus verdreckt sind. Der gesamte Müll aus Sihanoukville wird hier angespült und es fühlt sich niemand verpflichtet, sich um dieses Problem zu kümmern. Viele Hostels bieten zwar gratis Bier an, sollte man den Strand von Müll befreien, doch wirklich motivieren tut dieses Angebot auch nicht.

Good to know oder auch was für mich ein Rätsel bleibt:

Wieso wird in diesem Land mit zwei verschiedenen Währungen gehandelt? Man sollte vorzugsweise alles mit Amerikanischen Dollar bezahlen. Doch hat das Land auch seinen eigenen Kambodschanischen Riel. Als Wechselgeld bekommt man meistens eine bunte Mischung zurück. 4000 Riel entsprechen ungefähr einem Dollar

Wer durch Kambodscha reisen möchte, tut dies am besten mit dem Bus. Besonders die bequemen Nachtbusse von Giantibis haben uns mit ihrer Preis-Leistung begeistert.

An der Küste und auch auf den Inseln fangen immer mehr Chinesische Investoren an, gigantische Hotelanlagen zu errichten. Wer ein authentisches Kambodscha mit seinem Charme erleben will, der sollte sich beeilen, bevor der große Tourismus endgültig das Land erreicht.

8 Kommentare zu „Cambodia Travel Diary Pt. 1

  1. Sehr schön geschrieben und sehr informativ 🙂

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  2. Kambodscha sieht wirklich sehr interessant aus!
    Bin gespannt auf den 2. Teil!

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  3. Super Bericht! Gute Fotos! Mein Sohn war auch gerade dort und hat Ähnliches geschildert. Er ist froh, jetzt in Vietnam zu sein…

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    1. Vietnam soll wunderschön sein! Steht auch noch auf meiner Liste 🙂

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      1. Man fühlt sich dort gleich wohl. Falls du mal seine Posts anschauen magst… Übersicht hier: yourmates.world 🙂

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  4. Scheint ein Land voller Widersprüche zu sein.
    Lieben Gruß, Ewald

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