Shalom Israel 

Wenn man gleichzeitig vor einer orthodoxen Kirche, einer Moschee und einer Synagoge steht, dann befindet man sich im Herzen der Altstadt von Jerusalem. Zu verschiedenen Zeiten klingen die Kirchenglocken, der Judengesang und der muslimische Aufruf zum Gebet durch die engen Gassen der Stadt. Wer denkt, Israel habe abgesehen von Wüste und Religion nichts zu bieten, der irrt. Das Land mag zwar klein sein, doch kann man in kürzester Zeit die wunderbare Vielfalt Israels erleben. Viele verschlungene Straßen, noch mehr chaotischer Verkehr und unglaublich viel zu entdecken. Das ist Jersusalem. Die Hauptstadt des Landes erstreckt sich größer als erwartet über viele Stadtteile. Es gibt einige Aussichtspunkte, von denen man einen fabelhaften Überblick über die Gebäude aus Sandstein hat. Von den Talpiot-Promenaden bekam ich erstmals einen Eindruck davon, wie weitläufig die Stadt doch eigentlich ist. So weit das Auge reicht, reihen sich die kleinen hellen Bauten aneinander und bedecken die Hügel. In der Ferne schimmert schon leicht die Kuppel des Felsendoms auf dem Tempelberg golden in der Nachmittagssonne.


In der Innenstadt zeigt sich die Stadt von ihrer vielfältigen Seite. Auf der Hauptstraße fährt die moderne Straßenbahn, ein Geschäft reiht sich in der schönen Promenade an das nächste und Palmen zieren sauber den Straßenrand. Wenn man dem Straßenverlauf folgt gelangt man an die Stadtmauern mit den vielen großen Toren. Warm von den Sonne angestrahlt ragen die großen Steine der Mauer in die Höhe. Wir laufen im Sonnenschein zwischen Palmen und Verkehr entlang bis zu einem der Tore. Durchquert man dieses, lässt man das eben erlebte Bild von Jerusalem hinter sich und befindet sich in einer völlig neuen Umgebung. Im schmalen, kühlen Gassen reihen sich kleine Händlerstände dicht aneinander. Menschen aller Nationen und Religionen tummeln sich zwischen kleinen Souvenirs, Teppichen, Tüchern und Händlern die ihre Waren an den Mann bringen wollen. Natürlich alles auf die Touristen abgestimmt. Dutzende Male verzweigen sich die kleinen Gassen. Es ist ein ungewohntes Bild, wie sich hier Araber, Christen und sich beeilende orthodoxe Juden (ja sie laufen immer gestresst – keiner weiß wohin 😄) zusammen auf so kleinen Raum befinden.


Nach den engen Gassen kann man neben unzähligen religiösen Häusern auch wohl eines der größten Merkmale der Stadt besichtigen. Die Klagemauer. Aufgeteilt in eine Männer- und eine Frauenseite kann man seinen geschriebenen Zettel in einen Schlitz in diese Stecken. Es ist ein beeindruckendes Gefühl vor dieser Mauer zu stehen, die für viele Personen auch ein Zufluchtsort darstellt. Die meisten Frauen die hier stehen beten. Einige weinen herzhaft. Egal ob religiös oder nicht. Dieser Ort berührt jeden Menschen. (Wichtig: Knie und Schultern bedecken)


Nach einem etwas längeren Fußmarsch außerhalb der Stadtmauern, erreicht man die Spitze des Ölbergs. Zwar zieren tausende jüdische Gräber mit kargen Steinplatten die Bergseite, doch der Aufstieg lohnt sich. Von oben aus hat man eine wunderschöne Aussicht auf die Altstadt Jerusalems. Die dutzenden Türme und Spitzen der Moscheen, Kirchen und Synagogen ragen zwischen den Häusern empor. Direkt vor ihnen erhebt sich prächtig die gigantische, goldene Kuppel der Mosche des Felsendoms. Die Abendsonne lässt diese nochmal mehr erstrahlen und taucht die ganze Altstadt in einen warmen Schimmer.


Für einen Nachmittag fuhren wir nach Tel Aviv. Die große Küstenstadt ist im Gegensatz zu Jerusalem sehr westlich und modern. Direkt am Strand ragen viele Hotels und Bürogebäude in die Höhe und bilden eine mächtige Skyline. Wir gingen entlang der Promenade bis zur Altstadt Jaffa. Von dort hat man einen wunderschönen Ausblick über den Strand und die Innenstadt.



Den Tag verbrachten wir damit, die Stadt zu erkunden. Als es langsam Abend wurde, gingen wir erneut die Promenade entlang. Von einer Gruppe Argentiner wurden wir zu einer Runde Volleyball aufgefordert. Das Spielen hat bei dem wunderschönen Sonnenuntergang besonders viel Spaß gemacht.



Die Stadt hat mir gerade wegen der lockeren Mentalität der Menschen dort so gut gefallen. Tagsüber sah man dutzende Surfer im Wasser und kleine Gruppen, die am Strand oder im Park zusammen Yoga praktizierten. Generell hat mich dieser Ort sehr an Australien mit den lockeren Einwohnern und den vielen Reisenden erinnert -Fernweh!

Bei 25 Grad und Sonnenschein unternahmen wir eine Wanderung nach Jericho. Wir starteten an einer kleinen Oase mitten in der Wüste zwischen den kargen Hügeln. Hier floss ein kleiner Strom zwischen den Felsen hindurch und spendete bei den warmen Temperatur eine dringende Erfrischung. Dem klaren Wasserstrom folgten wir einige Stunden durch die pralle Sonne. Zwischendurch führte uns der Pfad über alle Steindrücken. Nach einiger Zeit erreichten wir endlich das in den Fels gebaute Kloster. Was auf den Bildern im Internet gigantisch wirkte, war in Wirklichkeit leider nicht so imposant wie erwartet. Dennoch hat sich die Wanderung durch die schöne Natur gelohnt.


Neben den unzähligen Gewürzen und Tees, die man auf den Märkten erwerben kann, gibt es noch andere Leckereien. Wer einmal das Land bereist sollte auf jeden Fall Shakshuka probieren. Das tomatige Frühstück ist super lecker.

2 Kommentare zu „Shalom Israel 

  1. Wow, das ist ganz anders, als ich es mir vorgestellt habe. Sehr toller Beitrag 🙂 und die Bilder sind so wunderschön!
    Liebe Grüße, Dorie
    http://www.thedorie.com

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    1. Das Land wird sehr unterschätzt 🙂

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