Was bleibt 

Wohl jeder, der schon einmal eine längere Zeit im Ausland verbracht hat, kennt es: Fernweh. Nach den vielen Monaten oder sogar Jahren, die man in einem anderen Land verbracht hat, ist es gar nicht so einfach, wenn man wieder zurück in seiner Heimat ist. Während des Reisens hat man so viele verschiedene Orte gesehen, Kulturen erlebt, Freunde gefunden und Erinnerungen gemacht. Der ein oder andere wird behaupten: wo anders ist es immer am Besten. Immer am buntesten. Immer am freisten. Immer am lustigsten.

Auch mich plagt das Fernweh. Während des alltäglichen Treibens überlege ich, wohin ich als nächstes reisen könnte. Welche Kulturen mich interessieren. Welche Orte und Plätze ich noch sehen möchte. Ganz unbewusst beginnt man mit einer Planung, was man noch alles in den nächsten Jahren erleben will (bei mir ist das ganz klar Südostasien). Da diese Träume natürlich mit Geld und vor allem Zeit verbunden sind, geht das alles leider nicht so schnell. Also heißt es: auf die nächsten Ferien oder den Urlaub warten und sich während der Planung darauf freuen.


Während dieser Zeit kann man sich selbst an den ganzen Erlebnissen erfreuen, die man gemacht hat und in den Erinnerungen schwelgen, die gesammelt wurden. Abgesehen von tonnenweisend Fotos, dem ein oder anderen Souvenir und jeder menge Freundschaften, nimmt man aus einem langen Auslandsaufenthalt noch andere wichtigere und bedeutsamere Dinge mit. Genau die Dinge, die andere nicht sehen und eventuell nicht nachvollziehen können. Oft bekommt man (ich zumindestens) von Personen, die noch nie so ein Erlebnis gemacht haben, den einen oder anderen kritischen Blick zugeworfen, was man in dieser Zeit nun getan hätte. Schließlich wäre dies nur ein Urlaub und ein bisschen herumgereise gewesen. Natürlich ist klar, dass für einige eine solche Reise „nur eine Reise ohne weiteren Nutzen“ sein mag. Doch wohl viele können mir zustimmen, wenn ich behaupte, dass Reisende (und ich spreche nicht von den typischen Touristen) viel mehr als nur ein paar Erinnerungen mit nach Hause mitbringen.

In der langen Zeit in einem zu Beginn noch fremden Land, sammelt man unglaublich viele Erfahrungen in jedem möglichen Bereich. Man lernt nicht nur eine Sprache, nein. Viel mehr lernt man die Kultur und Begebenheiten der Einwohner kennen. Angefangen vom typischen Essen über die Religion bis hin zu Festen und Kulturen. Egal wofür man sich interessiert, von allem ist etwas dabei.


Die Tempelanlagen in Bangkok und die Asiatische Küche gefallen mir besonders gut ☺️

Doch auch für den Alltag im „normalen“ Leben lernt man viele wichtige Dinge. Ich kann hierbei nur von meinen persönlichen Erfahrungen sprechen. Aber viele, mit denen ich über dieses Thema geredet habe, konnten mir da zustimmen. Zum einen wird man wirklich selbstständig. Natürlich wird man das so oder so mit dem Alter. Aber das selbstständig sein im Ausland ist etwas anderes. Man ist von null auf hundert komplett auf sich selbst verlassen. Wenn etwas schief läuft kann nicht mal eben Mama herkommen und dir helfen. Nein. Da muss man jetzt alleine durch. All diese Momente, in denen man am liebsten wieder nach Hause möchte. Genau dann lernen wir wirklich was für später. Wie wir selbstständig mit Problemen umgehen, uns mit Konflikten und unangenehmen Menschen auseinandersetzen, wie wir uns auch ohne viel Geld und einem Plan von der Umgebung zurechtfinden. Genau diese Erfahrungen würden wir mit dieser Härte zu Hause nicht auf einmal erfahren. Aber genau das stärkt uns. Und wenn man die Probleme dann alleine überwunden hat, kann man die restliche Zeit umso mehr genießen. Man weiß, dass man nicht unbedingt Hilfe braucht, um klar zu kommen.

So eine Nacht vor dem Flughafen in Cairns ist doch was feines… 😄

Auch lernt man sehr viel Dinge zu schätzen. Wer als Backpacker im Auto oder in Hostels unterwegs war, weiß wovon ich spreche. Ganz alltägliche Dinge, wie ein eigenes und ruhiges Bett, eine warme und saubere Dusche, ausgewogenes Essen, selbst nur die Gewissheit für die nächste Nacht einen Schlafplatz zu haben, haben plötzlich einen unglaublich großen Wert.


Es bleibt also nicht nur die ewige Wanderlust, die gestillt werden möchte, sondern unendlich viele Erfahrungen, die einem nie wieder genommen werden können und Freundschaften, die über Landesgrenzen hinaus bestehen.

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