Der schönste Nebel

Schon bald stand unser vorletztes Reiseziel an. San Francisco. Schon seit meinem ersten Besuch gehört diese Stadt zu meinen Top3 in den USA. Umso größer war die Vorfreude auf unseren Aufenthalt dort. Da uns nicht sehr viel Zeit zur Verfügung stand, plante ich schon im Vorfeld grob unseren Ablauf, damit wir alle wichtigen Sehenswürdigkeiten mitnehmen würden.

Am Abend kamen wir bei Dunkelheit in der Stadt, bei unserem Hotel an. Da wir den ganzen Tag über nicht richtig gegessen hatten, nutzten wir die Gelegenheit, um uns den Hafen schon ein bisschen anzugucken. Die Läden und Lokale an dem Fishermans Warf waren bunt beleuchtet. Da es schon recht spät war, waren kaum noch Personen auf den Straßen und es war schön ruhig. Der Wind sauste leise durch die Gassen und erfüllte sie mit der typischen San Francisco Kälte. Nach unseren vorherigen Aufenthaltsorten waren wir so ein frisches Klima bei weitem nicht mehr gewöhnt und es wurde sehr schnell zu kalt für unseren Geschmack. Aber auch diese kühle Luft gehört zu einem Besuch der schönen Küstenstadt dazu.


Den nächsten Tag starteten wir mit einer Fahrradtour zu der Golden Gate Bridge. Bei strahlendem Sonnenschein (ausgesprochen selten für San Fran) fuhren wir aus der Innenstadt los, immer am Wasser entlang. Obwohl die Stadt selbst frei von Wolken war konnten man sehen, das die Brücke in einen dicken Nebelschleier eingehüllt war. Auf unserem Weg hielten wir immer wieder mal an, um dieses wunderschöne Bauwerk aus einer neuen Perspektive festzuhalten – es müssen ja genügend Erinnerungen gesammelt werden (Tourifotos olé). Schon bald kamen wir am Fuße der Brücke an. Dort gingen wir zum Ende eines langen Steges, welcher weit ins Wasser hineinreichte. Von dort aus bot sich der perfekte Blick auf die riesige Stahlkonstruktion. Die Wolken hingen tief über der Brücke und bedeckten den obersten Abschnitt des Bauwerks.
Mit den Fahrrädern fuhren wir den Hügel hinauf, zum Anfang der Brücke. Während der Wind uns ins Gesicht peitschte radelten wir bis zum ersten der riesigen Stahlträgern. Neben diesen war es möglich die Räder abzustellen und eine kurze Pause einzulegen. Der Ausblick, welcher sich uns vom Geländer bot, war unglaublich. Wir befanden uns knapp unter der Nebeldecke und konnten so noch kilometerweit blicken. In der Ferne lag das Zentrum von San Francisco. Der Pier und die Hügel mit den Häusern wurden warm von der Sonne angestrahlt und leuchteten einladend. Hier wo wir standen bekamen wir nicht so viel von der Wärme und der Sonne ab. Der Wind pfiff kühl und schnell zwischen den Eisenvorrichtungen hindurch. Von hier oben wurde einem erst recht bewusst, wie riesig die Golden Gate Bridge ist. Der Blick über das Geländer fiel dutzende Meter in die Tiefe. Möwen flogen um die Beine der Brücke herum, getragen von den schnellen Winden. Die kleinen Wellen zerbrachen an den Stahlträgern. Es war ein mächtiges Schauspiel von Natur und dem von Menschenhand erschaffenen Gebilde. In die andere Richtung erstreckte sich der Blick weit über das unruhige Wasser und die Felsenklippen, welche rechts und links die Wasserstraße schroff einschlossen. Der eigentlich düstere Anblick war spektakulär und fesselte unsere Blicke für mehrere Minuten.


Nach der Tour gingen wir erneut zum Hafen. Während des Tages hatte sich mehr und mehr ein Wolkenschleier über die Stadt gelegt und sich verdichtet. Als wir nun am Wasser entlang gingen waren in der Ferne noch leicht die Umrisse von Alcatraz zu erkennen. Doch noch während wir auf die kleine Gefängnisinsel hinausschauten, schob sich sichtbar eine Wolkenwand über das kalte Wasser. Innerhalb von wenigen Minuten war von der Insel nichts mehr zu sehen und der ganze Hafen lag in den Wolken. Der Himmel war grau verschleiert und sogar die Sonne schien nur noch schummrig und war kaum zu erkennen. Zusammen mit dem kalt aufbrausenden Wind war die Atmosphäre schon fast gespenstisch. Die großen Menschenmassen flüchteten schnell von der Straße in die Lokale und Geschäfte, um der Kälte zu entgehen. Wir beide, natürlich mit unserer vorhandenen Sommerkleidung viel zu dünn angezogen, tun es ihnen gleich.
Direkt am Fishermans Warf gibt es eine Bäckerei, die mit Sauerteig kleine Kunstwerkbrote in Form von Teddys, Krokodilen und anderen Motiven erstellt. Ich liebe es mich in diesem Gebäude aufzuhalten. Es ist schön warm hier und es riecht nach frisch gedackenem Brot. Durch die Glasfenster kann man die Bäcker bei ihrer Arbeit zusehen und im Laden daneben gibt es die Leckereien zu kaufen. Diesen Abend saßen wir also hier, genossen die Wärme und aßen Suppe aus einem riesigen Sauerteigbrot (besonders die Tomatencremesuppe ist sehr zu empfehlen). Der Weg zu Hotel kühlte uns ordentlich ab, bis wir nach unserem ersten vollen Tag San Francisco müde ins Bett plumpsten.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare zu „Der schönste Nebel

  1. Die Suppe fand ich mega toll 😍😍😍 Krabbensuppe❤️❤️❤️

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  2. Bekommt man gleich wieder hunger 😀

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