Wasserfälle und Rutschen

Unser letzter Stop in Australien war Cairns. Eine wundervolle kleine Großstadt, die für meinen Geschmack perfekt ruhig und naturverbunden ist. Am Ende hielten wir uns dort deutlich länger auf als geplant, aber dadurch hatten wir genügend Zeit, um die lohnenswerte Umgebung zu erkunden.

Das ganze Gebiet um Cairns herum besteht aus dem Daintree Rainforest, der allerhand zu bieten hat. Schon auf dem Weg nach Cairns machten wir einen Zwischenstopp an den Josephine Falls. Diesen sollte man auf jeden Fall einen Besuch abstatten. Mitten im Dschungel liegt dieser eigentlich nicht allzu große Wasserfall. Über Jahrhunderte hinweg hat sich hier an einem kleinen Abschnitt eine natürliche Rutsche gebildet. Vor dieser befindet sich ein perfektes Auffangbecken. Nachdem es ein wenig geregnet hat fließt genügend Wasser das Gestein hinunter, sodass man circa zehn Meter eine Rutschpartie genießen kann. An der Seite gelangt man über Felsen hoch zum Anfang der Rutsche oder zu einem höher gelegenen Pool. Von dort aus hat man den perfekten Überblick über den ersten Abschnitt des Wasserfalls. Zwischen dem Grün des Regenwaldes plätschert das Wasser einige Meter das kühle Gestein herunter. Von dort aus gelangt es über kleine Stromschnellen hin zur Rutsche. Nach diesem unteren Pool rauscht das Wasser immer schneller zwischen großen und kleinen Felsen hindurch, bis es hinter einer Kurve verschwindet. Wenn man am oberen Pool vorsichtig die Stromschnellen durchquert (wenn man nicht aufpasst wird man schnell mitgerissen – man landet zum Glück auf der Rutsche, auch wenn etwas unkontrolliert) gelangt man zu drei Lianen, welche als Schaukel von den Bäumen herabhängen. Sie bieten den idealen Ausblick auf den rauschenden Wasserfall und die herrliche Natur. Das Prasseln des kristallklaren Wassers auf die von Moss überzogenen Steine hat eine beruhigende Wirkung. Das Singen der Vögel in den hohen, saftig grünen Bäumen ringsum perfektioniert die Geräuschkulisse zusätzlich. Dieser kleine einzigartige Ort ist auf jeden Fall sehenswert. Leider sind die Josephine Falls an sonnigen, warmen Tagen dementsprechend Überlaufen von Touristen und Einheimischen, die die Abkühlung genießen (die hat man in Cairns auch im Herbst – 35 Grad und 85 Prozent Luftfeuchtigkeit- auch dringend nötig). Man sollte diesen Badeort jedoch nach starken Regenfällen meiden, da dann die Strömungen zu stark sind und man sie kaum erkennen kann.


Nur 25 Minuten Fahrzeit von Cairns entfernt befinden sich die Cristall Cascades. Nachdem man durch das Gebirge gekurvt ist, befindet man sich mitten im Wald, nur einige hundert Meter von dem Wasserfall entfernt. Etwas 15 Meter rauscht das Wasser hier in die Tiefe ins große Auffangbecken. Über rutschige Steine gelangt man in dieses Becken und kann sich dort eiskalt erfrischen. Das Wasser ist nicht ganz so klar wie an den Josephine Falls aber trotzdem herrlich sauber. Mitten im Wasser kann man sich auf ein paar Steine setzen oder von diesen aus versuchen unter den Wasserfall zu gelangen. Trotz aller Bemühungen ist dies allerdings so gut wie unmöglich – die Strömung treibt einen zu stark zurück. Von den Felsen aus die Aussicht zu genießen ist sowieso viel lohnenswerter. Bevor der hohe Wasserfall 15 Meter in die Tiefe rauscht, fällt er zunächst ein paar Meter auf den Steinvorsprung. Von diesem „kleinen“ Wasserfallabschnitt geht ein herrlicher Sprühnebel hervor, welcher sich über das ganze Becken legt und teilweise zu den Pflanzen an den Seiten getragen wird. Dem Klima und Wasser entsprechend grün und bewachsen ist die Ungebung. Da die Cristall Cascades nicht so überlaufen sind wie die Josephine Falls, kann man in Ruhe die unberührte, blühende Natur und das laute Rauschen genießen.
Die Josephine Falls und Cristall Cascades sind nur ein kleiner Teil der vielen, vielen Wasserfälle, die sich rund um Cairns befinden. Besonders südlich der Stadt gibt es zahlreiche Seen und Wasserfälle, an denen man baden und die Natur genießen kann. An jedem dieser Plätze befinden sich deutliche Warnhinweise, dass man sich trotzdem an natürlichen und somit doch unberechenbaren Orten befindet. Wenn man nun deutsche Backpacker sieht, die zum Beispiel die Josephine Falls stehend hinuntersurfen oder bei den Cristall Cascades die 15 Meter hohe glitschige Felswand hinaufklettern, so wundert man sich nicht mehr, wieso an diesen Plätzen des Öfteren Menschen sterben. 😔

Natürlich hat Cairns Umgebung neben der unglaublichen Natur noch einiges Mehr zu bieten. Das Dorf Kuranda bietet einen kleinen Einblick in die Aboriginekultur -besonders in die wunderschöne Kunst- und ist sehr sehenswert. Täglich gibt es hier Märkte, auf denen Schmuck und allerlei handgefertigte Produkte angeboten werden. Von Bumerangs über Gemälde zu Ditscheridus gibt es alles, was das Herz begehrt. Besonders schön ist der Teil des Marktes, welcher aus kleinen Ständen und Häuschen besteht und an eine kleine Stadt erinnert Rings umher ist alles bepflanzt. Dieser Abschnitt ist sehr verwinkelt und man entdeckt immer wieder neue Sachen, die beim ersten Hinschauen übersehen wurden.

1 Kommentar zu „Wasserfälle und Rutschen

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