Great Ocean Road

Besonders bei Backpackern ist diese Straße entlang von Stränden und Wäldern beliebt. Mit unzähligen sehenswerten Orten und Aussichtspunkten haben diese knapp 350 Kilometer auch ordentlich was zu bieten. Von Melbourne aus kommt man recht schnell auf die GOR. Also ab ins Auto und losgefahren. Jeden einzelnen Punkt an dem wir waren zu beschreiben würde zu lange dauern. Da sich viele Orte ähneln, erübrigt sich dies sowieso. Ich würde die Great Ocean Road in drei Kategorien einteilen: Strand, Regenwald und Aussichtspunkte mit Felsen. Diese Abwechslung macht die Route so interessant für viele Reisende, weswegen man an so ziemlich jedem kleinen Örtchen und Aussichtspunkt viele Touristen (besonders Deutsche und Asiaten) antrifft. Wir haben auf unserem Weg die App Wikicamps verwendet um Schlafplätze, aber auch sehenswerte Orte zu finden.

Die Strände:

Die GOR führt zu einem großen Teil durch das Innenland, wo es sehr hügelig wird. Da der Name eigentlich viel Strand verspricht, war die Freude über jeden Beachpoint groß. Nach dem Sitzen im Auto ist es herrlich die scheinende Sonne endlich auf der Haut zu spüren. Der Sand ist an jedem Strand wunderbar weich. So macht es gleich doppelt so viel Spaß, einen kleinen Spaziergang zu machen. Die kühle Ozeanluft erfrischt und selbst nach einer langen Autofahrt fühlt man sich gleich wieder lebendig. Wer ins Wasser möchte, der sollte allerdings hart im Nehmen sein. Der Ozean ist halt eine wirkliche Abkühlung. Doch solange die Spätsommersonne noch vom Himmel brutzelt, lassen sich auch diese niedrigen Temperaturen aushalten. Besonders Surfer zieht es noch in die Fluten. Die Wellen sehen auch echt einladend aus, um sich auf das Board zu schwingen und sein Können zu zeigen (Neoprenanzug wird wärmstes empfohlen).


Die Regenwälder:

Absolut empfehlenswert sind die kleinen Rundgänge durch die Regenwälder des angrenzenden Nationalparks. Wenn man diese betritt, befindet man sich gleich in einer ganz anderen Welt. Zum Glück sind diese schönen Plätze nicht so sehr von Touristen überlaufen und man kann die Natur ganz allein in Ruhe genießen. Die kleinen Trampelpfade führen den Besucher für einige Minuten durch fast komplett unberührte Natur. Die vielen Bäume rings um die Wege strecken sich majestätisch bis zu 150 Meter in den Himmel und spenden reichlich Schatten. Rechts und links wachsen allerlei verschiedene Pflanzen. Große Farne, Kletterpflanzen und kleine Palmen wuchern hier wild umher und bieten einen guten Einblick in die unberührte Natur Australiens. In den Baumkronen zwitschern Vögel und Libellen fliegen umher. Bleibt man für ein paar Minuten stehen, so werden die Tierlaute um einen herum lauter und man vergisst für einen Moment alles. Genaue Blicke in die Bäume, aber auch auf den Boden lohnen sich. Mit etwas Glück und Geduld entdeckt man das ein oder andere Tier, welches dieses Ökosystem sein Zuhause nennt. Wenn man an einem kleinen Bach oder Wasserfall vorbeikommt, so spendet das Plätschern extra beruhigende Geräusche. Schon nach ein paar Minuten Aufenthalt in solch einem Waldabschnitt merkt man, wie sich langsam die Sinne schärfen und man selbst ein kleines Knacken wahrnimmt (es könnte ja ein Tier sein). Bis auf ein schlafenden Opossum haben wir allerdings leider keine besonderen Tiere gesichtet.


  

Aussichtsplätze an der Küste:

Das wohl beliebteste Ziel der vielen Touristen auf der GOR sind die 12 Apostel. Dementsprechend überlaufen ist der Aussichtspunkt, von welchem aus diese riesigen Felsen im Wasser sichtbar sind. Wer die Great Ocean Road entlangfährt, der sollte an dieser Stelle unbedingt anhalten – es gehört einfach dazu! Doch um ehrlich zu sein finde ich, dass der Hype hier ein bisschen übertrieben ist. So finde ich die London Bridge viel sehenswerter. Insgesamt ähneln sich die Aussichten jedoch stark. Wir hielten an ungefähr sechs Punkten an, was auch vollkommen ausreichend war. Weiterempfehlen würde ich auf jeden Fall die Gibson Stepps. Die paar Stufen führen an der Steinwand entlang direkt zu einem wunderschönen Strand. Etwa hundert Meter weiter findet man sich nun direkt von den riesigen Felsen, die sich im Wasser befinden wieder. Wir besuchten diese Stelle am späten Nachmittag. Es waren nicht mehr allzu viele Menschen hier. Es war perfekt ruhig und friedlich. Das Branden der großen Wellen an den Steinwänden war das einzige Geräusch, welches hier zu vernehmen war. Die Luft war erfrischend kühl und alles war von einem leichten Nebelschleier eingehüllt. Blickte man entgegen die langsam untergehende Sonne, so sahen die Unrisse der Felsen extrem spektakulär aus. Wie sich diese Riesen dem Sonnenuntergang entgegenstreckten hatte etwas mystisches an sich. Und obwohl im Sekundentakt die Wellen mit ungeheurer Kraft gegen das Gestein schlugen, war die Atmosphäre friedlich.

Überall wo das Wasser mit solch einer Kraft gegen die Felsen gedrückt wird, zeigen sich atemberaubende Bilder. Das Wasser spritzt mehrere Meter in die Höhe und hinterlässt einen Schaumteppich. Man kann gut sehen, wo sich die Wellen mit der Zeit in den Stein gefressen haben. Dies zeigt sich besonders gut bei der London Bridge, welche genau durch diese gewaltige Kraft zum Teil zusammengebrochen ist. Die Energie, die in jeder einzelnen Welle steckt ist unglaublich. So ist sogar das Zusehen von brandenden Wellen spannend.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass sich unsere Fahrt über die Great Ocean Road gelohnt hat. Wir hatten war teilweise schlechtes Wetter, aber trotzdem immer einen fabelhaften Ausblick. Ich würde jedem diese Fahrt empfehlen, weil es einfach dazugehört. Man kann die Straße recht schnell bewältigen, da es überflüssig wäre, an jeden Punkt anzuhalten. Auch mit vielen Stops haben wir die Strecke in knapp 2 1/2 Tagen geschafft und genügend gesehen. Ich würde dabei immer lieber an kleinen Punkten anhalten, die nicht so sehr von Touristen überlaufen sind. Wenn man sich nur auf die 12 Apostel fokussiert, ist man am Ende nur enttäuscht. Wer jedoch in Australien ist und nur gering Zeit hat, der kann diese Strecke getrost links liegen lassen und sich lieber auf andere Stellen in Australien konzentrieren.

Instagram – coconeli

1 Kommentar zu „Great Ocean Road

  1. Wenn ich mir das erste Foto ansehe, kann ich durchaus verstehen, dass man Lust bekommt sich in die Fluten zu stürzen. Schöner Beitrag! 🙂

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