Singapur – der erste Eindruck

Es dämmerte schon zur Nacht, als wir den Flughafen von Singapur verließen. Natürlich wurden wir am Ausgang extra nochmal kontrolliert – Backpacker sehen aber auch extrem verdächtig aus. Nach kurzem Anstehen wurde uns ein Taxi zugeteilt, welches uns dann in die Innenstadt befördern sollte. Schon während der Fahrt wurde deutlich bemerkbar: wir sind definitiv nicht mehr in Thailand. Der Verkehr war viel ruhiger (es wurde mit Regeln gefahren) und generell wirkte schon nach ein paar Minuten alles ordentlicher und geregelter. Die Sonne ging langsam unter während wir durch eine schöne Allee fuhren. Hinter den Bäumen erstreckten sich die ersten hohen Wohnhäuser. Nach und nach wurden dort die Lichter angeschaltet. Als wir die Innenstadt erreichten, leuchteten uns schon die Gebäude entgegen. Zu unserer Linken war zwischen den Gebäuden immer wieder das Riesenrad Singapores Flyer zu sehen, welches ebenfalls bunt leuchtete und blinkte. Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt, das Marina Hotel, war auch immer mal wieder kurz zu sehen. Selbst bei der großen Entfernung sah das Gebäude schon beeindruckend aus.

Nach knapp einer halben Stunde kamen wir im Studio M Hotel an. Der erste Eindruck war sehr gut. Die Rezeption hell erleuchtet und sehr modern. Es erinnerte stark an das Mode Sathorn Hotel in Bangkok. Mit dem Fahrstuhl (bei welchem man zuerst die Zimmerkarte einstecken musste, bevor man ein Stockwert auswählen konnte) ging es dann in den sechsten Stock. Von unserem Zimmer aus hatten wir zwar keinen besonderen Blick, dafür war alles modern eingerichtet. Zum Schlafbereich musste man ein paar Stufen erklimmen. Mir gefiel diese Zimmeraufteilung sehr gut, da das Bett (mit einer superweichen Matratze) so noch gemütlicher wirke. Man musste nur aufpassen, dass man sich nicht den Kopf stößt…

Nach kurzer Zimmerinspektion machten wir uns auf den Weg, die Stadt ein bisschen zu erkunden und bei Gelegenheit noch etwas zu essen. Das Hotel liegt direkt am Fluss, welcher zum Hafen führt. Also folgten wir diesem erstmal. Schon nach ein paar Metern kamen wir zu den ersten Restaurants, welche sich von nun an fast ununterbrochen am Fluss aneinanderreihten. Zwischendurch warfen wir einen Blick auf die ausgelegten Speisekarten. Doch diese Preise verschreckten (uns arme kleine Backpacker) eher. Selbst wenn man die Singapurdoller nach dem aktuellen Kurs umrechnete, lag der Preis beispielsweise für eine normale Pizza Margaritha bei knapp zwanzig Euro. Das war dann doch etwas viel. Nach einigen Minuten Fußmarsch den Fluss entlang kamen wir am wundervoll erleuchteten Trader’s Market an. Hierbei handelt es sich um viele kleine Lokale, welche Siedlungsähnlich um einen Platz aufgebaut sind. Sie alle werden überschattet von Baumähnlichen Metallkonstruktionen, welche in verschiedenen Farben leuchten (sie erinnern an die Solarbäume – ein Artikel darüber folgt später). In der Mitte dieses Platzes befinden sich einige Wasserfontänen, welche in der Nacht herrlich beleuchtet sind. Zusammen mit den bunten Farben, die aus dem Boden leuchten, ergibt sich ein schönes Wasserspiel. Aus allen Restaurants erklingt zudem Musik, welche sich vermischt und der Atmosphäre ihren Charme verleiht. In einigen Bars spielt Livemusik. Wenn man nun am „Marktplatz“ entlang geht oder am Fluss neben den Restaurants, dazu die Musik und das leise Klirren von Weingläsern und die warme Sommerluft, die einem um die Nase weht, dann hat man entgültig das herrliche Gefühl von einem entspannten Sommerurlaubsabend nach einem stressigen Tag.


  
 Wir ließen diesen kleinen Trubel jedoch erstmal hinter uns und gingen weiter am Fluss entlang. Nach insgesamt einer halben Stunde kamen wir an der Marina Bay an. Vor uns ragte das gigantische Marina Hotel mit seinen drei Türmen empor. Das Gebäude war hell erleuchtet und sah auch aus einigen dutzend Metern Entfernung wahnsinnig eindrucksvoll aus. Da es freistehend ist und die nächsten hohen Gebäude ein paar hundert Meter entfernt stehen, wirkt der Gebäudekomplex besonders mächtig. Links von dem Marina Hotel war nun das Riesenrad sehr gut zu erkennen. Doch der Blickfang ist natürlich das Hotel mit seinem riesigen Pool und der Dachtterasse, durch welche alle drei Türme miteinander verbunden sind. Dass sich das mächtige Hotel zudem noch im stillen Wasser der Marina Bay spiegelt, verleiht dem Anblick zusätzlich etwas besonderes. So betrachtet man weniger das eigentliche Wahrzeichen Singapurs – die Statue eines Löwen, welche Wasser speit. Auch dieses Kunstwerk ist natürlich hell erläuchtet und perfekt in Szene gesetzt. Doch das Marina Hotel hat sich in den letzten Jahren zu einem Wahrzeichen der Stadt aufgeschwungen, bei dem anderes Sehenswertes doch leicht in Vergessenheit geraten kann.

Nachdem wir den Ausblick über die Bucht einige Minuten genossen hatten, machten wir uns auf den Rückweg und die Suche nach einem (bitte etwas günstigeren) Lokal. Dieses Mal gingen wir auf der linke Seite des Flusses entlang. Hier reiht sich natürlich wieder Restaurant am Restaurant. Nach kurzem Vergleich (die Preise variieren leider nicht sehr stark – es liegt alles im Bereich „eher teuer“) gaben wir dem Zeitdruck nach. Es war schon recht spät und bevor wir garnichts mehr bekommen sollten, nahmen wir die hohen Preise erstmal in Kauf.


Die Atmosphäre war natürlich herrlich. Direkt am ruhigen Fluss zu sitzen, leise Musik zu hören und die vorbeigehenden Menschen zu beobachten. Von dem Essen war ich sehr begeistert. Natürlich war der Preis viel höher als gewollt, aber dafür war die Qualität des Essens exellent.

Satt schlenderten wir am Fluss entlang zurück zum Hotel, wo wir müde ins Bett fielen.

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